Opening: Lynn Hershman Leeson: Anti-Bodies @ HeK - Haus der elektronischen Künste Basel, Münchenstein [2. Mai]

Opening: Lynn Hershman Leeson: Anti-Bodies


66
02.
Mai
19:00 - 21:00

 Facebook-Veranstaltungen
HeK - Haus der elektronischen Künste Basel
Freilager-Platz 9, 4142 Münchenstein, Switzerland
*english below*
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DE
Wir feiern die Eröffnung der Ausstellung «Lynn Hershman Leeson: Anti-Bodies». In ihrer ersten Einzelausstellung in der Schweiz zeigt die Künstlerin aktuelle Werke, die sich mit der biologischen Konstruiertheit von Identität auseinandersetzen.

Lynn Hershman Leeson gehört zu den Pionierinnen der Medienkunst. Schon seit den 1960er Jahren thematisiert sie in ihren Werken Fragen nach dem Zusammenspiel von Technologien, Medien und Identität und der sich verändernden Beziehung zwischen Körper und Technologie. Sie hinterfragte die neuen technologischen Werkzeuge nach deren Auswirkungen auf unsere Vorstellungen von individueller Identität und Einzigartigkeit, unsere Privatsphäre und unser sich veränderndes Verhältnis von realer und virtueller Welt. Ihr Œuvre umfasst Fotografie, Film, Video, Objekte und Installationen, Computer basierte Kunst, Software und Performance. Immer wieder entwickelte sie bahnbrechende Arbeiten. So schuf sie 1984 die erste interaktive Videodisk und arbeitete bereits seit den 1990er Jahren mit künstlicher Intelligenz und virtueller Realität. Anfangs der 1990er Jahre prägte Hershman Leeson in ihrem Werk den Begriff des „Anti-body“, der sich auf ihre Recherchen und Werke hinsichtlich einer virtuellen Identität im Cyberspace bezog. Tatsächlich brauchte es keinen physischen Körper mehr, um eine fiktive Identität im globalen Netzwerk anzunehmen. Hershmans Anti-Körper verstand sich als virale Präsenz im Internet und manifestierte sich in künstlichen Intelligenzen wie ihrer Online-Persona DiNA.

Als der neuesten Herausforderung unserer Zeit widmet sie sich in ihren aktuellen Werken den neuen biotechnologischen Entwicklungen. Entsprechend präsentieren wir in ihrer ersten Einzelausstellung in der Schweiz aktuelle und neu für den Kontext der Ausstellung entstandene Arbeiten, die sich mit dem Thema des biologischen Fortschritts, der regenerativen Medizin, der Genforschung und der Antikörperforschung auseinandersetzen.

Die Ausstellung am HeK ist als wissenschaftliches Labor inszeniert – dem erkenntnistheoretischen Ursprung der modernen Life Sciences und ein Ort der Wissensproduktion. Im Zentrum steht die Installation The Infinity Engine die einem Genlabor nachempfunden ist. Diese komplexe und mehrräumige Arbeit wirft einen kritischen Blick auf die Verzweigungen des Experimentierens mit dem Genom. Die Installation zeigt auf, wie sich die Grenzen zwischen natürlichem und künstlichem Leben im Zeitalter synthetischer Biologie zunehmend auflösen und Leben heute künstlich gestaltet werden kann.

Zu den behandelten Themen in The Infinity Engine gehört die Manipulation von DNA ebenso wie die Produktion transgener Organismen, sowie die künstliche Herstellung menschlicher Organe mittels 3D-Bioprinting. Hershman Leeson präsentiert diese Errungenschaften der regenerativen Medizin als Kunstwerke in einer ganz eigenen Ästhetik.

Exklusiv für diese Ausstellung wurde ein Antikörper entwickelt, welcher den Namen Lynn Hershman in seiner molekularen Struktur trägt. Antikörper spielen eine wesentliche Rolle in der natürlichen Immunabwehr und werden auch für therapeutische Zwecke in der Forschung entwickelt. Sie können gezielt zur Behandlung von bestimmten Krankheiten eingesetzt werden (beispielsweise in der Krebstherapie). In Kollaboration mit Novartis wird dieser Antikörper produziert, auf seine Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten hin erforscht und dokumentiert. Der «Lynn Hershamn-Antikörper» wird in der Ausstellung zu sehen sein. Hershman Leesons Auseinandersetzung mit Fragen nach Identität und Einzigartigkeit werden hier um eine neue biologische Dimension erweitert.

Eine weitere neue Arbeit beschäftigt sich mit der DNA als Speichermedium für alle Arten von Informationen. Ältere Videoarbeiten der Künstlerin sowie die gesamten Dokumente von The Infinity Engine wurden in DNA gespeichert die in der Ausstellung wiederum als Kunstwerk inszeniert wird.

Auch zahlreiche Wissenschaftler kommen in der Ausstellung zu Wort, die in Interviews mit der Künstlerin anschaulich aktuelle Techniken und Methoden der Gentechnik, der regenerativen Medizin und des Bio-Printing beschreiben und deren Möglichkeiten und Chancen aufzeigen. Für diese Konstruierbarkeit von Leben schuf Hershman Leeson in ihrer Fotoarbeit „Double Hands“ ein eindrückliches Bild, das sich auf das berühmte Fresco der Schöpfung von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle bezieht, in der Gottes Finger den Menschen berührt und erschafft. In Hershman Leesons Version ist Gottes Finger durch Injektionsnadeln ersetzt.

Die Ausstellung am HeK zeigt eindrücklich auf, wie Hershman Leeson sich einmal mehr den relevanten Technologien und Fragen unserer Zeit widmet. So wird sie zu Recht auch als Porträtistin des Informationszeitalter beschrieben, als eine genaue Beobachterin der Protokolle und Institutionen, die für unsere Konzepte von Identität und Individualität prägend sein werden. In diesem Sinne ist ihre Kunst immer auch politisch, indem sie sich mit den zentralen gesellschaftlichen Fragestellungen unserer Zeit beschäftigt.

Die Ausstellung wird von einem Filmprogramm mit Spielfilmen und Dokumentationen von Hershman Leeson begleitet. Zudem sind verschiedene Workshops geplant, die sich mit den in der Ausstellung angesprochenen Themen auseinandersetzen werden.

Kuratorin: Sabine Himmelsbach

Eintritt: frei
Link: hek.ch/de/programm/events/event/opening-lynn-hershman-leeson-anti-bodies.html
Bild: Lynn Hershman Leeson, detail from „The Infinity Engine“, 2012

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EN
We celebrate the opening of the exhibition «Lynn Hershman Leeson: Anti-Bodies». The artists first solo show in Switzerland features several current works that take on the themes of biological progress, developments in artificial intelligence and scientific research on antibodies.

Lynn Hershman Leeson is a pioneer in media art. Since the 1960s, she has created works that address the interplay between technology, media and identity and the changing relationship between the body and technology. She examines the new technological tools’ impact on our private sphere, our ideas about individual identity and individuality, and our relationship with the real and virtual world. Her oeuvre encompasses photography, film, video, objects, installations, computer-based art, software and performance.

Time and again, Hershman Leeson has developed groundbreaking works, such as the first interactive video disc, which she created in 1984. As early as the 1990s, she began working with the themes of artificial intelligence and virtual reality. At the beginning of that decade, having recognized that it was no longer necessary to have a physical body to adopt a fictitious identity in the global network, she coined the term “anti-body” to refer to her research and work on a virtual identity in cyberspace. She saw her “anti-body” as a viral presence on the Internet that manifests itself in artificial intelligence forms, such as its online persona DiNA.

In her current works, Hershman Leeson dedicates herself to the latest challenge of our time: new biotechnological developments. Accordingly, for her first solo exhibition in Switzerland, we are presenting recent works that address the topics of biological progress, regenerative medicine, genetic research and antibody research. Some were created specially for the context of the show.

The exhibition at HeK is staged as a scientific laboratory – the epistemological origin of modern life sciences and a place where knowledge is produced. At the center stands the installation The Infinity Engine, which is modeled after a genetic laboratory. This complex, multi-roomed work casts a critical eye on the ramifications of genetic experiments. The installation demonstrates how the boundaries between natural and artificial life are increasingly dissolving in the age of synthetic biology and how life today can be artificially created.

Among the topics addressed in The Infinity Engine are the manipulation of DNA, the production of transgenic organisms and the artificial production of human organs via 3D bioprinting. Hershman Leeson presents these achievements of regenerative medicine as artworks with their own unique aesthetics.

An antibody named Lynn Hershman in its molecular structure was developed exclusively for this exhibition. Antibodies play an essential role in the natural immune defence and are also developed for therapeutic purposes in research. They can be used specifically for the treatment of certain diseases (for example in cancer therapy). In collaboration with Novartis, this antibody is produced, researched and documented with regard to its properties and possible uses. The «Lynn Hershman Antibody» will be on display in the exhibition. Hershman Leeson's examination of questions of identity and uniqueness is extended by a new biological dimension.

Another new work focuses on DNA as a storage medium for all kinds of information. Older video works by the artist as well as all the documents from The Infinity Engine were stored in DNA, which in turn is staged as an artwork in the exhibition.

Numerous scientists also contribute their thoughts to the show. In interviews with the artist, they vividly describe the latest techniques and methods of genetic engineering, regenerative medicine and bioprinting and point out the possibilities and opportunities these advances present. To represent this ability to construct life, Hershman Leeson made the striking photograph Double Hands, which refers to Michelangelo’s famous Sistine Chapel fresco on Creation, where God’s finger touches and creates man. In Hershman Leeson’s version, God’s finger is replaced by hypodermic needles.

The exhibition at HeK is convincing proof of Hershman Leeson’s continued dedication to the relevant technologies and questions of our time. She is rightly described as a portraitist of the information age, a close observer of the protocols and institutions that will shape our concepts of identity and individuality in the future. In this sense, her art is also always political, since she concerns herself with the central social issues of our time.

Curator: Sabine Himmelsbach

Admission: free
Link: hek.ch/en/program/events-en/event/opening-lynn-hershman-leeson-anti-bodies.html
Image: Lynn Hershman Leeson, detail from „The Infinity Engine“, 2012
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